Die Feldkapelle

Die Feldlkapelle ist benannt nach dem Hausnamen des benachbarten Bauernhofes „Beim Feldl“.

Sie wurde zwischen 1830 und 1840 genau auf der Grenze zwischen dem Feldlanwesen und der „Waldung des Großhochleitner-Bauern“ errichtet. Noch früher stand vermutlich an dieser Stelle eine Mautstation, weil hier bis zum 18. Jh. die Grenze zwischen Bayern und der österreichischen Grafschaft Neuburg verlief. Daran erinnern die beiden Wappen über der Tür.

Der ursprünglich quadratische, nach Osten offene Bau von 9 bayerischen Fuß Seitenlänge wurde später nach Osten verlängert und mit Tür und Fenstern versehen.

Nach der Überlieferung wurde die Kapelle zur Aufnahme einer liegenden Christusfigur gebaut, die aus der Donau geborgen worden war. Diese Statue wurde nach dem ersten Weltkrieg dem Kloster Schweiklberg geschenkt, wo sie in den Wirren des Zweiten Weltkriegs leider verloren ging. Bei Kriegsende wurde die Kapelle schwer beschädigt und nur notdürftig wieder instand gesetzt.

Zusammen mit den Grundeigentümern, den Familien Beier und Stockinger, verwirklichte der Heimatgeschichtliche Arbeits- und Freundeskreis Sandbach im Jahr 1990 einen Neubau, der nach Westen gerückt werden sollte, um die Aufstellung eines Flurkreuzes zu ermöglichen.

Für dieses Projekt wurde eine Arbeitsgemeinschaft aus den Eigentümerfamilien, der Stadt Vilshofen und dem Freundeskreis gebildet. Entwurf und Bauleitung übernahm Michael Hinterheller vom Freundeskreis. Die Mitglieder des  Freundeskreises konnten zahlreiche Sach- und Geldspenden einwerben und erbrachten viele Eigenleistungen. Die Fenster wurden von Schülern der Glasfachschule Vilshofen entworfen und gestiftet.

In der Kapelle befinden sich die Statuen der Hl. Elisabeth (gestiftet von Pfarrer Dr. Oswin Rutz) und der Mutter Gottes (gestiftet von Heinz Möllmann, einem Kirchenbaumeister aus Köln).

An der Rückwand im Inneren der Kapelle sind kleine Holztäfelchen angebracht, die an verstorbene Mitglieder des Freundeskreises erinnern.

Seitlich der Kapelle steht ein altes gusseisernes Kreuz, welches von der Familie Schuster gestiftet wurde. Eine Inschrift, verfasst von Anton Schreiegg sen. mahnt an die Erhaltung der Umwelt.

Anton Schreiegg sen. hat hierzu folgende Zeilen verfasst:

Erbaut vor langer Zeit, um Segen für Menschen, Tiere und Fluren zu erflehen

und zum Zeichen guter Nachbarschaft mitten auf eine Grenze gesetzt,

mahnt die im Jahr der deutschen Vereinigung und der Öffnung der östlichen Länder wieder errichtete Kapelle zur Überwindung aller trennenden Grenzen

im Geist der Nächstenliebe.

Die Kapelle wurde am 10. Mai 1991 eingeweiht und von da an für Maiandacht und Oktoberrosenkranz gerne besucht.

Im Jahr 2000 würdigte die Stadt Vilshofen den besonders gelungenen Neubau und sprach dem Freundeskreis in einer Urkunde ihre Anerkennung aus.    

Im Jahr 2011 wurde die Feldlkapelle renoviert sowie außen und innen neu gestrichen.

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