
Das alte gusseiserne Sühnekreuz steht in Eben an der Einmündung der alten Poststraße in die Kreisstraße Ratzing – Fürstenzell und erinnert an die Ermordung dreier Vilshofener Bürger durch amerikanische Soldaten im Mai 1945.
Kurz nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Vilshofen wurden fünf Bürger der Stadt, alle untere Parteifunktionäre, verhaftet. Vorangegangen war ein Angriff auf amerikanische Soldaten, der vom Kirchturm aus verübt wurde und dabei drei Soldaten verletzte während der Stadtplatz Vilshofen gefüllt war mit weißen Tüchern schwenkenden Menschen voller Freude über das Ende des Krieges. Drei Tage danach wurden die fünf Vilshofener, belastet durch Denunzianten, verhaftet. Sie wurden auf einen Laster verbracht, erst nach Pleinting gefahren, wo einer der Verhafteten in einem Wald erschossen wurde, drei weitere wurden im Wald zwischen Eben und Primsdobl hingerichtet. Nur einem gelang die Flucht. Der amerikanische Militärangehörige wurde zur Verantwortung gezogen, jedoch freigesprochen. Im Jahr 1951 wurde noch einmal Anzeige erstattet gegen die unbekannten Denunzianten, die indirekt an der Festnahme beteiligt waren. Das Verfahren wurde eingestellt.
Das Kreuz steht wenige Meter nördlich der Stelle, an der die Tat tatsächlich geschah, es wurde auf Anregung des Freundeskreises unter der damaligen Leitung von Anton Fuller und Walter Matiasko aufgestellt, um „durch die Erinnerung an diese Tat die Menschen zur Nächstenliebe und zur Ehrfurcht vor dem Leben zu mahnen“.
Am 7. Mai 1989 wurde es durch Pater Raphael von Schweiklberg im Rahmen einer besinnlichen Feier eingeweiht. Unter den Gästen waren auch Gattin und weitere Angehörige eines der Mordopfer.
Der damalige Bürgermeister Hans Gschwendtner der Stadt Vilshofen hatte das alte Kreuz dem Freundeskreis zu diesem Zweck geschenkt, der Kunstmaler Michael Rauch aus Schweiklberg restaurierte und bemalte das Kreuz. Der genaue Hergang der Geschehnisse vom Mai 1945 wird in einem Zeitungsartikel geschildert, der sich in einer Kapsel befindet, die von Franz Krautloher – als letztem Obmann der Feldgeschworenen der Gemarkung Sandbach – hinterlegt wurde.
Anton Schreiegg sen. aus Seestetten verfasste ein Gedicht, auch von diesem liegt eine Abschrift in der Kapsel.
Im Jahr 2019 restaurierte Lena Altweger vom Freundeskreis das mittlerweile verwitterte Kreuz. Am 10. Mai 2019 fand eine Gedenkfeier statt, Stadtpfarrer Lothar Zerer segnete das restaurierte Kreuz und Bürgermeister Florian Gams legte einen Kranz nieder. Dr. Herbert Wurster vom Freundeskreis erinnerte noch einmal an die tragische Geschichte, damit sie eine Mahnung bleibe zu Frieden und Freiheit.
Am Sühnekreuz von Eben
Kommst du zu diesem Kreuz, so bleibe stehn
und laß dein Sinnen in die Ferne gehen.
Du findest rundum Frieden der Natur,
nicht eine Spur von dem. was hier geschah
im Nachgang zu dem schrecklichsten der Kriege.
Das Sühnkreuz erst bringt die Untat nah.
Von keinem Siege, nein, von feigem Mord
war blutbefleckt einst der stille Ort!
Unschuldig starben hier der Bürger drei.
Ein fremd Gericht sprach deren Mörder frei.
Nie kann ein Friede ohne Recht gedeihn. –
Ach, jede Seel‘ braucht Gnade und Verzeihn!
Das Kreuz tilgt Schuld.
Gott richtet hier allein.
–
Anton Schreiegg

Hinterlasse einen Kommentar